Gastvortrag von Felix Römer

© Foto by Martin Rupert

Am kommenden Montag (18.6., 10-12 Uhr) ist der Dichter, Poetry Slammer, Moderator und Workshopleiter Felix Römer in meinem Seminar „Es war eine dunkle und sürmische Nacht. Kreative Schreibansätze im Fach Deutsch“ an der Universität zu Gast. Er wird zu dem Thema „Niederschwellige Einstiege in kreative Schreibprozesse durch Slam Poetry“ sprechen und sich unseren Fragen stellen. Ich freue mich wirklich sehr darauf, einen so umtriebigen Menschen und Spracharbeiter begrüßen zu dürfen. Verschiedene Videos von seinen zahlreichen Bühnenauftritten sind hinter dem Link versteckt, viele mehr noch auf Youtube zu finden. Gäste sind am Montag natürlich herzlich willkommen.

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Neuerscheinung: Die Scharade von Marienbad

xCoverDampfueberEuropa.jpg.pagespeed.ic.lXMHJmthg6Als 2010 die Anthologie „Von Feuer und Dampf“ erschien, war „Steampunk“ noch kaum ein Begriff in der hiesigen Literaturwelt. Die Anthologie, die wir damals im Forum der Geschichtenweber auf die Beine stellten, war zumindest unserem Gefühl und Selbtsverständnis nach (ganz sicher war ich mir nie) der erste Versuch, Steampunk auch in deutschsprachigen Regionen und vor allem Großstädten anzusiedeln. „Von Feuer und Dampf“ war so erfolgreich, dass es zu einer zweiten Auflage kam.

Folgerichtig war wohl niemand überrascht, als Herausgeber Stefan Cernohuby, diesmal in Kooperation mit dem mindestens ebenso umtriebigen Gerd Scherm, uns Autorinnen und Autoren ansprach, ob wir Interesse an einer Fortsetzung hätten. Gerne habe ich zugesagt, denn die Anfrage bot nicht nur die Möglichkeit, in ein mir liebgewonnenes literarisches Universum zurückzukehren, sondern auch, mit Sören Prescher das erste Mal eine Geschichte gemeinsam zu verfassen. Die Idee dazu stand schon länger im Raum, nachdem wir uns schon ein paar Jahren einmal persönlich auf dem BuchmesseCon in Dreieich kennengelernt hatten.

Unter dem Titel „Dampf über Europa“ erscheint der Sammelband jetzt im Arcanum Fantasy Verlag, der mittlerweile zu Saphir im Stahl gehört. Enthalten ist darin neben vielen anderen auch die Agentengeschichte „Die Scharade von Marienbad“, deren Autorenduo sich hinter dem Pseudonym Preschkowski versteckt. Der Klappentext des Buches lautet:

Was wäre, wenn sich die Welt ab dem Jahr 1914 völlig anders entwickeln würde, als uns die Geschichtsbücher lehren? Wenn gewaltige Differenzmaschinen die Geschicke des ersten Weltkriegs mitbestimmen, Agenten überalle in Europa auf der Jagd nach Erfindungen sind und in so mancher Brust ein Dampfherz schlägt?
Zehn Autoren ermöglichen Einblicke in eine Welt, die sich nicht nur im Umbruch befindet, sondern ganz im zeichen des Steampunks und seiner technischen Möglichkeiten steht. Sie erzählen Geschichten, die kurz vor, während und nach dem 1. Weltkrieg angesiedelt sind und sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. „Dampf über Europa“ knüpft an die Welt der Steampunk-Anthologie „Von Feuer und Dampf“ (1899) an.

 

„Dampf über Europa“ erscheint am 01.05.2018 und kann ganz normal über den Buchhandel bezogen werden. Dort kostet die Anthologie 14,95 Euro. Wer es allerdings noch bis zum 30.04.2018 per Mail (info[at]saphir-im-stahl[dot]de) bestellt, erhält das Buch zum Subskriptionspreis von 11 Euro.

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Präsentieren im Dienste der Wissenschaft

https://pbs.twimg.com/media/DXmMa76WsAAaZlG.jpgIch promoviere zu softwaregestützten Präsentationen, die Schülerinnen und Schüler  der Oberstufe gemeinsam in Zweiergruppen vorbereiten und durchführen, also eigentlich zu dem, was man üblicherweise Referat mit PowerPoint nennt. Teile aus diesem Projekt habe ich vor (schon) zwei Wochen auf der kleinen, reichhaltigen Tagung „Pragmatik und (Sprach-)Didaktik“ der Arbeitsgemeinschaft Linguistische Pragmatik e.V. vorgestellt und im Anschluss sehr anregende Gespräche geführt. Das war schon der dritte von vermutlich fünf Vorträgen, die ich dieses Jahr zum Präsentieren in der Schule halten werde. Eine genaue Auflistung und rechtzeitige Ankündigungen gibt es wie immer im Bereich „Forschung“ dieser Seite.

Im Zusammenhang mit dem softwaregestützten Präsentieren steht außerdem einem  Aufsatz von mir, der gerade frisch erscheinen ist. Darin nähere ich mich dem Gegenstand mal linguistisch und nicht sprachdidaktisch und lege den Schwerpunkt auf sogennante „Bullet-Points“ oder auch „51-dxjix2rl-_sx350_bo1204203200_Aufzählungszeichen“, wie der Duden sie in manchen Ausgaben nennt. Der Beitragstitel lautet vollständig: „Wenn Bullet-Points töten. Linguistische Replik auf die Boshaftigkeit der Powerpoint-Präsentation.“ Erschienen ist der Aufsaz in dem Tagungsband „Interpunktion im Spannungsfeld zwischen Norm und stilistischer Freiheit. Literaturwissenschaftliche, sprachdidaktische und linguistische Perspektiven“ (Peter Lang, 254 S.), herausgegeben von Kristin George, Miriam Langlotz, Urania Milevski und Katharina Siedschlag. Ich freue mich sehr darüber.

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Neuerscheinung: Kleines Kasseler Literatur-Lexikon

kasseler_grWie die Herausgeberin Nikola Roßbach heute per E-Mail verkündete, ist ihr „Kleines Kasseler Literatur-Lexikon“ soeben im Wehrhahn-Verlag erschienen. Es ist wahrscheinlich schon mehr als zwei Jahre her, dass Nikola Roßbach, Professorin für Literaturwissenschaft und eine Kollegin von mir am Institut für Germanistik der Universität Kassel, den ganzen Fachbereich um Mitarbeit bat. Sie selbst hat erstaunliche 213 Artikel für das Buch über Kassel als Literaturstadt verfasst, ich steuere lediglich einen einzigen zu dem Abenteuerschriftsteller Frédéric Armand Strubberg (1806-1889) bei. Das war aber eine besondere Freude, weil ich so auf einen sehr umtriebigen, verschlagenen Kerl stieß, bei dem bis heute niemand weiß, was er wirklich erlebt und was erdichtet hat.

Der Verlag schreibt über das mit 900 Seiten alles andere als kleine Lexikon:

Kassel ist eine Literaturstadt. Dieses Lexikon zeigt in mehr als 450 Artikeln, wer hier Literatur machte und macht, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Weltberühmte Autorinnen und Autoren stehen neben unbekannten und vergessenen. Kassel ist ihr Geburts- oder Sterbeort, ihre Wirkstätte, ihr ständiger oder vorübergehender Wohnsitz.

Vorgelegt wird ein regionales Lexikon, in dem sich dennoch die ganze Welt der Literatur spiegelt: Der Bogen spannt sich von mittelalterlicher Legende, frühneuzeitlichen Kompilationen und Predigten über aufklärerische Robinsonaden, klassizistische Lyrik, romantische Schauerromane, realistische Erzählungen bis hin zu modernen Frauenromanen, Kriegs- und Antikriegstexten, Pop- und Kriminalliteratur, interkultureller und Reiseessayistik – und damit ist das Spektrum der Textgenres noch nicht abgedeckt. Es gilt also Kassels Literatur in ihrer Breite und Komplexität zu entdecken. Und das nicht nur über beschreibende Personenporträts, sondern auch über direkte Einblicke in die Literatur: Werkzitate laden zum Kennenlernen und Weiterlesen ein.

„Nun Cassel ist der Stoltz von uns Deutschen im Kleinen, wie Paris der Stoltz der Franzosen im Grossen“. Sicher würde man diesem denkwürdigen Satz heute kaum mehr zustimmen, den der Göttinger Gelehrte August Ludwig von Schlözer 1781 dem in Kassel wirkenden Bibliothekar und Dichter Andréa de Nerciat schrieb. Die ehemals glanzvolle nordhessische Residenz ist, von Kriegen und Krisen geprägt, sperriger geworden, komplexer. Unverwechselbar in der Reihe der mittelgroßen deutschen Städte ist Kassel (bis) heute allemal: als Grimm-Heimat, documenta-Stadt, Weltkulturerbe, Energietechnik-Standort – und Literaturstadt.

Knapp 100 Kennerinnen und Kenner der Kasseler Literatur- und Kulturgeschichte haben zum Lexikon beigetragen. Die Herausgeberin forscht und lehrt neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Kassel.

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Rezensionen: Das Gespensterbuch

gespensterbuch-2_cover_webDie Neuflage der sieben Gespensterbücher von August Apel und Friedrich Laun in drei neuen Bänden ist Anfang des Jahres abgeschlossen. Zu einem Radiofeature auf Bayern 2 (Link), auf das ich schon hingewiesen habe, gesellen sich mittlerweile erste Rezensionen.

In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Cthulhu Libria Neo“ widmen Eric Hantsch und Jörg Kledugen den drei Bänden, die sie als einen „unversichtbare[n] Markstein“ der deutschen Phantastik und als „unterhaltsames, literarisches Dokument“ bezeichnen, mehr als eine ganze Seite.  Dabei geben sie, wie ich als Herausgeber finde, einen wirklich treffenden Einblick in die Themen und Stimmungen der einzelnen Geschichten. Unterem anderem bemerken sie:

Ungewohnt dabei ist sicherlich die weit ausholende Erzählweise, die dem heutigen Publikum geradezu verschwenderisch erscheinen muss und nahelegt, dass der frühere Leser viel (mehr) Zeit hatte, solche Erzählungen zu genießen. „Das Gespensterbuch“ zu lesen, bedeutet also viel Muße mitzubringen. Wer sich jedoch diese Zeit nimmt, wird mit vielen erquicklichen Eindrücken belohnt, und kann nebenbei auch ein Stück Geschichte der deutschen Phantastik nachvolziehen.

Erik Schreiber hat sich in seinem Bücherbrief die zweiten Band der Neuauflage vorgenommen. Er kommt zu dem für mich erfreulichen Schluss:

Mit der Neuveröffentlichung des Gespensterbuches, liegt dem interessierten Leser ein wundervoller Band in der Hand. Der Vielleser erkennt sofort die Wurzeln der aktuellen phantastischen Literatur, die sich nicht nur auf die Gruselromane, sondern auch auf Krimis, Fantasy und anderes auswirkte.

Ich freue mich wirklich, dass die Bücher mittlerweile nicht nur wahrgenommen werden, sondern trotz ihres Alters offenbar noch immer gefallen können. Das ist alles andere als selbstverständlich und zeigt mir einmal mehr, das sich die Arbeit an der Neuauflage gelohnt hat.

Wessen Interesse jetzt geweckt ist: Die Neuauflage in drei Bänden gibt es als eBook praktisch überall. Als Taschenbuch können sie hingegen nur direkt beim Blitz Verlag bestellt werden.

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Diskussion in der Filmreihe: Geschlechterordnungen in totalen Institutionen (Universität Kassel)

Auch Prof. Dr. Mechthild Bereswill, Dr. Anke Neuber und Murat Sezi, setzen an der Universität Kassel  dieses Wintersemester ihre Filmreihe „Gender und Essentialismus im Film“ fort. Unter dem Titel „Geschlechterordnungen in totalen Institutionen“ werden in diesem Sommersemester erneut drei Filme gemeinsam rezipiert und diskutiert. Diesmal geht es um „Vier Minuten“ (2006), „Girl, Interrupted“ (1999) und „Colonia Dignidad“ (2015) Als Diskutanten sind Magdalena und ich zum ersten Film gelaen. Die Veranstaltung findet am nächsten Dienstag um 18 Uhr im Hörsaal 400 (Mönchebergstraße 7) statt.

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Ankündigung Vortragsreihe: Gender und Genre 3

Bereits zum dritten Mal organisiere ich zusammen mit Urania Milevski und Paul Reszke an der Universität Kassel eine Vortragsreihe zu modernen TV-Serien. In aller Knapptheit kommt hier der offizielle Ankündigungstext:

Gender und Genre 3

Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion

Der Serienboom der letzten Dekade hat nicht nur dem traditionellen Fernsehen zu einem neuen Aufschwung verholfen, sondern auch die Verbreitung von Streaming-Diensten forciert. Heute werden Serienkosmen transmedial in Comics, Romanen und Computerspielen erweitert. Feuilleton und soziale Medien besprechen gleichermaßen einzelne Episoden oder ganze Staffeln und auch die Wissenschaft hat Serien als Forschungsgegenstand für sich entdeckt. Im heimischen Bücherregal nehmen DVD- und Blu-ray-Kompilationen zahlreicher Formate längst den Platz ein, der zuvor Thomas Mann und der Reclam Universalbibliothek vorbehalten war.

Gerade angesichts dieses anhaltenden Booms und seiner medialen Begleiterscheinungen, der unüberschaubaren Anzahl neuer Serienformate sowie der Fortführung alter Formate in immer neuen Staffeln, stellt sich die Frage danach, inwiefern Serien an der Vorstellung des „großen Erzählens“ partizipieren, die vormals der Literatur vorbehalten war, und wie sie unsere Gesellschaft gestalten und reflektieren. Denn nicht zuletzt durch ihre umfassende mediale Präsenz haben Serien das Potential, als vermittelte Erfahrungswelten das Einstellungs- und Wertegefüge ihrer Rezipient_innen entscheidend mitzuprägen. Dabei sind sie als popkulturelle Phänomene aber auch dem Vorwurf ausgesetzt, konservative Genderkonzepte zu reproduzieren. Ist Populärkultur also Trivialkultur und damit Ausdruck einer antimodernen Haltung, die das Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft implizit oder explizit in Frage stellt?

Die Ringvorlesung „Gender und Genre“ wendet sich gezielt dem subversiven Potential popkultureller Ausdrucksformen zu. An aktuellen Beispielen unterschiedlicher Seriengenres sollen Geschlechterkonstruktionen offengelegt und mit Blick auf gesellschaftspolitische Dimensionen hinterfragt werden. Im Zentrum der Ringvorlesung stehen diesmal bewusst Fragen des Vergleichs. Es geht darum, nicht einzelne Episoden oder Serien isoliert zu betrachten, sondern Entwicklung und Stagnation aufzuzeigen. Wie flexibel sind Seriengenres und ihre Genderkonzepte? Was ändert sich über die Staffelgrenzen hinweg, bei Adaptionen kleiner Produktionen für den Weltmarkt oder im Medientransfer?

Abseits von Credit Points und Prüfungsleistungen möchte die Vortragsreihe „Gender und Genre“ mit ihrem thematischen Schwerpunkt Studierende und Lehrende zu einer gemeinsamen Reflexion über gesellschaftsrelevante Fragen am Beispiel aktueller populärkultureller Phänomene anregen. Die einzelnen Sitzungen sind deshalb so konzipiert, dass Vortrag, Rezeption und Diskussion je ca. 30 Minuten und damit den ungefähr gleichen Stellenwert einnehmen. Zunächst soll ein einleitender Vortrag das serielle Genre skizzieren und mit einer gendertheoretisch relevanten These aufwarten. Im Anschluss folgen Episoden oder längere Ausschnitte aus dem besprochenen Medienprodukt, auf deren Basis schließlich die eingangs formulierte These diskutiert werden kann.

15.11.2017  Paul Reszke (Kassel): Neue alte Figuren? Die amerikanische Großelterngeneration in »Better Call Saul« und »Sneaky Pete« aus intersektionaler Perspektive

22.11.2017  Felix Woitkowski (Kassel): Do Androids Dream of Nuclear Families? Adaption als Reduktion im Fall der SF-Serien »Real Humans« und »Humans«

29.11.2017  Lena Wetenkamp (Mainz): Wer und wie beginnt Verführung? Gender-Stereotype und unzuverlässiges Erzählen in »The Affair«

06.12.2017  Urania Milevski (Mainz): Die Serienheldin als affektiver Link zur Vergangenheit: »The Man In The High Castle« zwischen Intersektionalität und Postmemory

13.12.2017  Sven Puschmann (Kassel): Zwischen Familie, Freud & Feminismus – »Die Simpsons« und »Family Guy« im Gender-Vergleich

20.12.2017  Caroline Frank (Kassel), Markus Schleich (Saarbrücken): »When you see me again, it won’t be me« – Geschlechtsidentitäten zwischen Stereotypisierung und Hybridisierung in »Twin Peaks«

10.01.2018  Anna-Theresa Kölczer (Kassel): Antiheldische Männlichkeit und Genreflexibilität als Erfolgsmarker seriellen (Film-)Erzählens: »Die The Evil Dead«-Trilogie und ihr Seriensequel »Ash vs Evil Dead«

17.01.2018  Annegret Montag (Kassel): Kein Happy End ohne Hochzeit? Geschlecht und Gesellschaft in »Gilmore Girls«

24.01.2018  Martin Böhnert (Kassel): Superheroes, Private Dicks and the female Gaze – »Jessica Jones« und der weibliche Blick auf männliche Genres

31.01.2018  Murat Sezi (Kassel): All the mirrors of the world: Intersektionale Reflexionen der Vergangenheit in »Jonathan Strange and Mr Norrell«

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