Vorankündigung: Schreiben – Probieren – Spielen

Im Winter 2012 begann an der WWU Münster das Theaterprojekt „in modulen“ unter der Leitung des Germanistischen Instituts und des Theaterlabors. In diesem Projekt verfassten Studierende gemeinsam ein Theaterstück und brachten es im Dezember 2013 in den Städtischen Bühnen zu einer ebenso erfolgreichen wie denkwürdigen Aufführung.

In der offiziellen Ankündigung hieß es damals:

in modulen iconDas Stück „in modulen“ beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Realität unserer Zeit und thematisiert ein globalisiertes Lebensgefühl, das Menschen heute beschleicht: Nicht ICH bin es, der sein Leben lebt, sondern IRGENDWER oder IRGENDWAS. Dieses Unwohlbefinden äußert sich in zunehmend mehr Lebensbereichen, die modularisiert, d.h. formatiert erscheinen.  An einer Brücke treffen Gruppen von Menschen aufeinander, die sich in unterschiedlichen Modul-Welten bewegen. Obwohl sie am selben Ort sind, bleiben sie separiert. In ihren Konflikten aber offenbart sich die Schizophrenie modularisierten Lebens zwischen Selbstbehauptung, Anpassung und Schicksalsergebenheit, zwischen Freiheit, Bindung und Verantwortung, zwischen Liebe, Freundschaft und Beliebigkeit. Es ist deshalb kein Zufall, dass auch Prometheus, der abtrünnige Titan, der einst den Menschen das Feuer gebracht und damit selbst die Büchse der Pandora geöffnet hat, den Weg zur Brücke findet. Für die „Modularisierten“ bleibt er unsichtbar. Nur Amanda, die geheimnisvolle Wahrsagerin, kann ihn sehen. Es beginnt ein Spiel aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wer kennt den Anfang? Wer kennt das Ende?

In den vergangenen Monaten haben Johannes Berning, Dorothee Kerstin und ich einen Band zusammengestellt, der Einblicke in das Projekt selbst und Theaterarbeit allgemein an Schulen und Universitäten gibt. Neben dem Texte des Theaterstückes enthält er zahlreiche Arbeitsbeispiele aus dem Entstehungsprozess und Fotos. Darüber hinaus diskutieren wir Fragen, wie sich gemeinsames Schreiben in kreativen Schreibwerkstätten anleiten und mit Theaterprojekten verbinden lässt, was Theaterarbeit an Schulen und Universitäten ausmacht und welchen Gewinn diese Arbeit im Kontext ganzheitlichen Lernens bedeutet.

Johannes Berning, Dorothee Kersting, Felix Woitkowski (Hg.)
Schreiben – Probieren – Spielen
Reihe: Schreiben – interdisziplinär. Beihefte
Bd. 3, 160 S., 29.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12816-4
Angekündigt für Dezember 2014

Klappentext:

Dieser Band bringt szenisches Schreiben und szenisches Spielen zusammen. Er stellt einen didaktisch-methodischen Rahmen für die prozessorientierte Entwicklung eines Stücks von den Anfängen eines Textes bis zu seiner Aufführung bereit. Das Buch beschreibt ein Projekt, bei dem Studierende ihr selbst geschriebenes Stück „in modulen“ nach einer intensiven Vorlauf- und Probenzeit auf einer Theaterbühne präsentieren. Die dargestellten Zugriffsweisen mit Blick auf das Schreiben und Spielen sind auch auf den Deutschunterricht an Schulen übertragbar. In einem solchen Projekt können Schülerinnen und Schüler ihr Bedürfnis, die eigene Sprache und die eigene Welt „ins Spiel“ bringen zu wollen, in besonders nachhaltiger Weise realisieren. Dem Deutschunterricht kann auf diese Weise ein Brückenschlag zu einer lebendigen theaterpädagogischen Praxis gelingen, die positive Rückwirkungen auf ein ganzheitliches schulisches Lernen und Leben hat.

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