Neuerscheinung: Kleines Kasseler Literatur-Lexikon

kasseler_grWie die Herausgeberin Nikola Roßbach heute per E-Mail verkündete, ist ihr „Kleines Kasseler Literatur-Lexikon“ soeben im Wehrhahn-Verlag erschienen. Es ist wahrscheinlich schon mehr als zwei Jahre her, dass Nikola Roßbach, Professorin für Literaturwissenschaft und eine Kollegin von mir am Institut für Germanistik der Universität Kassel, den ganzen Fachbereich um Mitarbeit bat. Sie selbst hat erstaunliche 213 Artikel für das Buch über Kassel als Literaturstadt verfasst, ich steuere lediglich einen einzigen zu dem Abenteuerschriftsteller Frédéric Armand Strubberg (1806-1889) bei. Das war aber eine besondere Freude, weil ich so auf einen sehr umtriebigen, verschlagenen Kerl stieß, bei dem bis heute niemand weiß, was er wirklich erlebt und was erdichtet hat.

Der Verlag schreibt über das mit 900 Seiten alles andere als kleine Lexikon:

Kassel ist eine Literaturstadt. Dieses Lexikon zeigt in mehr als 450 Artikeln, wer hier Literatur machte und macht, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Weltberühmte Autorinnen und Autoren stehen neben unbekannten und vergessenen. Kassel ist ihr Geburts- oder Sterbeort, ihre Wirkstätte, ihr ständiger oder vorübergehender Wohnsitz.

Vorgelegt wird ein regionales Lexikon, in dem sich dennoch die ganze Welt der Literatur spiegelt: Der Bogen spannt sich von mittelalterlicher Legende, frühneuzeitlichen Kompilationen und Predigten über aufklärerische Robinsonaden, klassizistische Lyrik, romantische Schauerromane, realistische Erzählungen bis hin zu modernen Frauenromanen, Kriegs- und Antikriegstexten, Pop- und Kriminalliteratur, interkultureller und Reiseessayistik – und damit ist das Spektrum der Textgenres noch nicht abgedeckt. Es gilt also Kassels Literatur in ihrer Breite und Komplexität zu entdecken. Und das nicht nur über beschreibende Personenporträts, sondern auch über direkte Einblicke in die Literatur: Werkzitate laden zum Kennenlernen und Weiterlesen ein.

„Nun Cassel ist der Stoltz von uns Deutschen im Kleinen, wie Paris der Stoltz der Franzosen im Grossen“. Sicher würde man diesem denkwürdigen Satz heute kaum mehr zustimmen, den der Göttinger Gelehrte August Ludwig von Schlözer 1781 dem in Kassel wirkenden Bibliothekar und Dichter Andréa de Nerciat schrieb. Die ehemals glanzvolle nordhessische Residenz ist, von Kriegen und Krisen geprägt, sperriger geworden, komplexer. Unverwechselbar in der Reihe der mittelgroßen deutschen Städte ist Kassel (bis) heute allemal: als Grimm-Heimat, documenta-Stadt, Weltkulturerbe, Energietechnik-Standort – und Literaturstadt.

Knapp 100 Kennerinnen und Kenner der Kasseler Literatur- und Kulturgeschichte haben zum Lexikon beigetragen. Die Herausgeberin forscht und lehrt neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Kassel.

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